Samstag, 24. Oktober 2009
Stand der Dinge: Hören
Zum Hören habe ich ja nun lange nichts mehr geschrieben, vor allem, weil sich da nicht viel verändert. In letzter Zeit habe ich immer wieder Probleme mit Tinnitus und damit, dass mir das CI zu laut ist (wenn ich es nicht leiser stelle). Vielleicht hängt es mit meinem Stress zusammen, vielleicht ist es auch Zufall. Hörtraining mache ich nicht, aber ich komme im Alltag gut klar. Allerdings mache ich auch keine Fortschritte. Während Hörbücher eigentlich gut gehen, sind Hörspiele immer noch kaum möglich für mich. Dass der Unterschied so groß ist, hätte ich selbst nicht gedacht, er ist es aber.
In Sachen Musik wird das CI-Ohr leider auch nicht besser. Zwar habe ich mich an den gemixten Klang mit zwei Ohren zusammen gewöhnt, hohe Melodien kann ich aber weiterhin nicht erkennen, sondern nur als "piep-piep" wahrnehmen. Das Konzert letzte Woche habe ich aber genossen!
Ich bin also weder richtig zufrieden noch speziell unzufrieden. Kraft für Training habe ich derzeit nicht, aber ich kann den Zustand so akzeptieren.

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was für mich in der Schweiz ungewohnt ist
Die Deutschen denken ja oft, die Schweiz sei nicht groß anders als ihre Heimat, was aber natürlich nicht stimmt. Recht schnell bemerkt man hier die kleinen und großen Unterschiede. Ein paar Dinge, die mir aufgefallen sind:
- Haustüren haben auch außen eine Klinke
- es gibt immer Gemeinschaftswaschmaschinen im Keller mit festem Waschplan
- die Schweizer heben immer wieder Dreck von anderen vom Boden auf und tun ihn in den Mülleimer (hat mich wirklcih beeindruckt) oder fegen die Krümel von einem Straßenbahnsitz herunter
- man hält die Bustür offen für jemanden, der zum Bus rennt, und ist auch sonst ziemlich höflich
- die Bahnen und Busse sind meistens pünktlich und haben alle innen Bildschirme, auf denen die Anschlüsse an der nächsten Station inkl. potentieller Verspätungen angezeigt sind (super Service, aber ob das auch außerhalb Zürichs so ist, weiß ich natürlich nicht)
- alles ist so teuer ;-)
- man kann fast überall mit Kreditkarte bezahlen, aber die Fahrscheinautomaten nehmen nur Münzen, nicht einmal kleine Scheine
- auf meiner Bankkarte steht nicht mein Name drauf - ob das mit dem Schweizer Bankgeheimnis zu tun hat? Zumindest sieht auch das Onlinebanking anders aus als bei uns
- Sprüngli hat sehr viele Filialen, und mir scheint, die Schweizer kaufen auch wirklich häufiger in Konditoreien ein als die Deutschen (ich kann es verstehen, wenn ich an die Luxemburgerli denke...)
- in Bussen und Bahnen werden fleißig die kostenlosen Zeitungen gelesen, die aber eine ungeheure Menge an Altpapier produzieren

Das ist es zumindest, was mir gerade so einfällt...

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Dienstag, 20. Oktober 2009
Ergebnisse...
Nun bin ich aber doch erleichtert. Alle Teilnehmer (83% der im Kurs eingeschriebenen Studis) haben den Test auch bestanden, aber nur zwei mit voller Punktzahl. In der anschließenden Umfrage über den Test wird er von fast allen als ok bezeichnet, auch wenn sie die Fragen nicht so toll fanden. Einer schrieb aber auch konkret, dass es eben sehr schwer sei, bei einem solch komplexen Thema richtige und falsche Antworten für Multiple-Choice-Fragen zu finden.

Heute gibt es den ganzen Nachmittag Vorträge und morgen bin ich von 13-16 Uhr auf Fortbildung zu E-Learning. Daher komme ich diese Woche mal wieder zu wenig. Die nächste Übung muss ich ja auch noch vorbereiten. Aber weil ich am Wochenende nicht wegfahre, werde ich da wohl noch einiges erledigen.

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Sonntag, 18. Oktober 2009
Online-Prüfung ausdenken
Auf der Exkursion habe ich sehr viel erlebt, aber davon berichte ich vielleicht noch ein anderes Mal - hier soll es um meine Lehr-Erfahrungen gehen.

Die Prüfungsordnung sieht für die Studenten ein Testat als Zulassungsvoraussetzung für die Klausur an. Wir hier am Lehrstuhl mußten uns also was einfallen lassen, wie wir über 100 Studenten mit relativ wenig Aufwand prüfen können. Wir haben uns für einen Test auf der Lernplattform "ILIAS" entschieden. Sich Multiple-Choice-Fragen auszudenken ist gar nicht so einfach und wie ich inzwischen festgestellt habe (der Test läuft noch, d.h. bis Montag abend können sie die Studenten einloggen und den Test, der aus einer zufälligen Auswahl von Fragen aus unserem Fragenpool besteht, durchführen), waren die Fragen zu einfach weil zu nah am Text. Die Studenten konnten die Fragen mit dem Text in der Hand lösen. Wir wollten aber auch keinen aufwendigen Test, sondern wir wollten die Studis dazu bringen, die Übungen zu erledigen, die aus Texten und Diskussionfragen dazu bestehen. Von daher ist unser Ziel erreicht, aber ich habe den Eindruck, dass die Studenten unseren Test albern finden. Dreimal soll das ganze stattfinden und zweimal muss bestanden werden. Ich fürchte, dass nächsten Donnerstag in der Übung wieder fleißig diskutiert wird, was wir nicht so gut gemacht haben. Vergangenen Do, als der Test noch nicht offen, sondern nur angekündigt war, gab es schon Streß wegen des Zeitraums, in dem man den Test durchführen kann (Reicht ein Tag? Müssen es drei Tage sein?).
Ich fühle mich etwas in der Defensive: eigentlich können wir es nur schlecht machen, entweder ist der Test zu schwer oder zu leicht oder man kann mogeln (ist mir ja egal, denn die Klausur muß trotzdem bestanden werden), oder der Test ist nicht lang genug verfügbar oder dauert zu lang/kurz. Blödes Gefühl, weil wir uns wirklich anstrengen, den Studenten was zu bieten, aber ich das Gefühl nicht loswerde, dass das nicht geschätzt wird.

Aber ich will mal nicht nur klagen: Bis vorhin war mein Max hier und wir hatten ein wunderschönes Wochenende! Gestern abend haben wir das Kulturprogramm getestet und ein Konzert in der Tonhalle gehört, wo es Schumann, Mozart (Klarinettenkonzert), Takemitsu und R. Strauß (Till Eulenspiegel) gab. Sehr schön!

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Samstag, 26. September 2009
Erster Monat Zürich fast vorbei
Die erste Übung am Donnerstag habe ich meiner Meinung nach gut überstanden. Zwar waren in der ersten Gruppe etwa 80 Leute und in der zweiten nur 10, aber in beiden Fällen haben die Vortragenden die Aufgabenergebnisse gut präsentiert und es ist auch eine Diskussion in Gange gekommen. Von daher werde ich den Studenten auch nicht vorschreiben, zu welcher Uhrzeit sie kommen sollen.
Gestern habe ich dann noch an dem Drittmittelantrag geschrieben, den wir Marburger mit einem Prof. aus Hannover zusammen bei der DFG stellen wollen.

Heute habe habe ich weitgehend gepackt, um morgen Richtung Nizza aufzubrechen, wo die Exkursion beginnt. Allerdings war heute früh prompt die Waschmaschine belegt, obwohl "mein" Waschtag ist. Hier wohnen ja keine Schweizer, sondern diverse Ausländer, die an der ETH beschäftigt sind. Für die ist die Regelung mit festen Waschtagen wohl derart abwegig, dass es nicht so ganz funktioniert.

_Fast_ alles ist geplant für die Reise und der Rest wird sich hoffentlich auch so gut ergeben. Eurobargeld von einem dt. Konto hier abzuheben war gar nicht so einfach, obwohl man von einem Schweizer Konto Euro bekommt und von einem dt. problemlos Schweizer Franken. So habe ich nun eine Gebühr bezahlen müssen, aber das geht auf die Kosten der Exkursion. Weil ich nicht vorhabe, jeden Abend auszugehen und endlich mal wieder meinem Hobby frönen will, habe ich mir gestern die Satanischen Verse von Rushdie sowie Der Schatten des Windes von C. Ruiz Zafon gekauft. Die 1260 Seiten sollten reichen...

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Mittwoch, 23. September 2009
vollgepackte Tage
Der rauhe Hals ist geblieben, aber es ist auch keine richtige Erkältung daraus geworden. Das nehme ich un einfach mal positiv auf und das Kratzen wird schon wieder verschwinden.
Gestern habe ich mich vor den Lehrstuhlkollegen mit einem Vortrag vorstellen müssen. Es war aber ganz gut, weil interessierte Fragen kamen und ich eigentlich alles beantworten konnte. Morgen habe ich die erste Übung, für deren organisatorische und inhaltliche Vorbereitung ich einige Zeit gebraucht habe. Es ist irgendwie blöd, wenn sich noch nach Beginn der Vorlesung 6 Leute wieder abmelden und einer erst an und einen Tag später wieder ab. Immerhin soll ich 120 Leute auf zwei Termine und in Gruppen zu je 4-5 Leuten aufteilen und ihnen Termine zuweisen, an denen sie die Übungsaufgaben präsentieren sollen! Ich habe in einer Woche allein 40 Mails an einzelne Studenten verschickt. Aber wir wollen eine gute Lehrevaluation und dafür muss man sich anstrengen.

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Montag, 21. September 2009
PC Anwenderkenntnisse
Eigentlich hätte ich gedacht, ich kann so ganz gut mit dem Rechner umgehen. Aber Linux zeigt mir schnell meine Grenzen und ich bewundere die ganzen Kollegen, die ratz fatz wissen, was man wo eingeben muss, wenn man etwas bestimmtes erreichen will.
Heute habe ich meine erste Präsentation mit LaTeX erstellt, allerdings in der leichten Version, dass ich eine alte Präsentation meiner Kollegin mit neuem Inhalt gefüllt habe. Ist so ganz gut geworden. Ich lerne hier also noch einiges in Sachen PC Anwendung dazu.

Außerdem habe ich meinen neusten Aufsatz heute bei einer Konferenz in der Karibik eingereicht - wäre zu schön, wenn das klappt! Leider passt mein Thema aber nicht so ganz zum Konferenzthema, so dass ich mir geringe Chancen ausrechne.

Heute früh bin ich mit Halsschmerzen aufgewacht. Ich hoffe sehr, jetzt nicht krank zu werden, so kurz vor der Exkursion! Es ist aber nicht schlimmer geworden im Laufe des Tages und nun werde ich mir gleich noch einen Kräutertee machen.

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Sonntag, 20. September 2009
Ausflug mit den Maltesern
Weil ich hier in der Anfangszeit möglichst viele Leute treffen und herumkommen möchte, habe ich gleich zugesagt, als ich von einer Bekannten gefragt wurde, ob ich an einem Ausflug mit Behinderten teilnehmen wollte. So sind wir gestern mit etwa 8 Betreuern und gleichvielen Gästen nach Luzern ins Verkehrshaus gefahren, einem tollen Museum, vergleichbar mit Sinsheim (nur kleiner). Es war ein schöner Tag und das Museum bietet wirklich viel, auch wenn wir mit den Rollstuhlfahrern nicht alles mitmachen konnten. Ich wäre dort gern einmal Tandem gefahren, was auf der großen Freifläche angeboten wurde.
Eine unserer eigentlich sehr munteren und "normalen" Gäste hatte einen epileptischen Anfall, der sogar recht lange dauerte. Sie tat uns sehr leid, aber es dauerte ein Weilchen, bis sie wieder ansprechbar, wenn auch müde, war.
Im IMAX haben wir dann einen 3D-Film über das Okavango-Delta in Botswana gesehen, der sehr beeindruckte. Natur so hautnah zu sehen macht Spaß! Meine Mutter hätte sicher auch viel Freude an dem Film gehabt.

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Donnerstag, 17. September 2009
lauter Aufgabe...
In 10 Tagen beginnt die Exkursion, die ich mit den Marburger Studenten nach Westeuropa mache. Leider hat bei der Planung nicht alles so gut geklappt (vielleicht habe ich mich auch nicht genug reingekniet) und der Reader (unser Reiseführer mit Hintergrundtexten) hat einige Fehler. Wenigstens ist er sehr hübsch geworden!

Einen fast fertigen Artikel habe ich nochmal überarbeitet und heute als Diskussionspapier fertig gemacht. Zudem habe ich ja in den letzten ca. 3 Wochen einen neuen Aufsatz geschrieben, den ich für eine Konferenz bis vergangenen Dienstag einreichen sollte. Die Version ist zwar noch ziemlich vorläufig, aber wenigstens stimmen die empirischen Ergebnisse mit dem überein, was ich mir vorgestellt hatte. Zwei etwas ältere Paper wurden von Journals abgelehnt. Beim einen bin ich mir nicht sicher, ob es zu retten ist, die Kritik ist schwerwiegend. Ans andere muß ich mich nochmal setzen, was schwer fällt, nachdem ich es vor fünf Monaten gedanklich abgeschlossen hatte. Für ein neues Paper hier in Zürich muß ich mich noch in die Literatur einlesen. Dieses Lernen geht immer sehr langsam und weil das alles so mathematisch ist, fällt es mir schwer.

Aber jetzt habe ich mich auch noch um die Übung zu kümmern, die zur Vorlesung meines hiesigen Profs gehört. Bei der ersten VL heute habe ich zugehört und fand sie ganz gut. Die Übungsunterlagen sind vorhanden, aber ich muß sie mir selbst erst erarbeiten. Zudem soll ich alle zwei Wochen kurze Online-Umfragen über VL und Ü machen (damit die Studenten evtl. Unmut äußern können) und muß drei Zwischentests ("Testate") entwickeln, möglichst auch online. Zwei davon müssen die Studenten bestehen, um zur Klausur zugelassen zu werden.

Langweilig wird mir also nicht. Die langen täglichen Pflichtanwesenheitszeiten im Büro fülle ich locker aus. Trotzdem war ich gestern abend bei meinem alten Freund Christoph (kenne ich aus Dresden, wo er seine philosophische Doktorarbeit schrieb) und seiner Frau und es war ein sehr netter Abend. Damit habe ich alle drei Ehepaare, die ich hier kenne, einmal gesehen, seit ich hier bin! Meine Cousine habe ich schon vor 10 Tagen getroffen.

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Mittwoch, 9. September 2009
immer noch sommerlich
Es ist unglaublich schön hier mit dem Spätsommer. Gestern und heute war ich im See schwimmen - und es war gar nicht so kalt wie erwartet. So habe ich mich also sportlich betätigt, was nichts schaden kann. Zudem habe ich mir die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und nebenher in "Economic and Social Networks" gelesen.
Zur Zeit stehe ich um 7 Uhr morgens auf und da geht auch gerade die Sonne auf. Eine herrliche Röte bewundere ich jeden morgen. Meine Wohnung ist einer der höchsten Punkte der ganzen Stadt und manchmal sehe ich einen leichten Nebel unten und darüber die Sonne aufgehen. Abends umgekehrt, auch wenn ich auf den Sonnenuntergang keinen ganz so guten Blick habe (Küche). Gestern habe ich ihn während eines Spaziergangs am See entlang genossen. Den habe ich mit zwei Mädels gemacht, die ich zwar nur lose kenne, die ich aber anläßlich meine Zürichsaufenthalt einfach angeschrieben habe. Und es war sehr unterhaltsam, ich werde mich wohl kaum langweilen, so lange ich hier bin.

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Sonntag, 6. September 2009
Spätsommerwochenende
Nachdem es am Freitag ziemlich geregnet hatte, wurde das Wochenende doch wieder schön (wenn auch nur mittelwarm) und ich habe es genossen. Gestern bewunderte ich den Rheinfall bei Schaffhausen. Touristisch ist es optimal vermarktet, man kann mit einem Boot ziemlich nah heranfahren und auch auf den Felsen, der noch zwischen den Wassermassen steht, hochklettern. Mich hat das unglaublich klare Wasser und die vielen Fische darin begeistert (dort, wo kein Schaum ist). Das Schloss Laufen nebendran wird gerade neu gestaltet und mit Familienangeboten ergänzt.
Heute war ich am Utoquai im Schwimmbad, das in den See hineingebaut ist. Allerdings habe ich nur gemütlich in der Sonne gesessen und gelesen und war nicht schwimmen. Ansonsten habe ich dieses Wochenende auch am Rechner verbracht: Ich mußte mich um meine Exkursion mit den Marburger Studenten kümmern und habe Max mit der Website und den E-Mail-Adressen vom Notariat geholfen.

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