Donnerstag, 18. Oktober 2007
Erstanpassung
sidonietta, 22:18h
Die ersten zwei Tage der Erstanpassung habe ich hinter mir. So richtig begeisternd war das bisher noch nicht, aber mir ist klar, dass meine Erlebnisse keinesfalls ungewöhnlich sind.
Ich habe sehr feine Hörnerven und lustigerweise war daher das allererste, was ich mit dem CI hörte, der Einschalt-Ton, weil sie mir den Sprachprozessor erst angelegt hatten und dann das Ganze eingeschaltet haben. Das war die erste Überraschung.
Dann wurden die einzelnen Elektroden aktiviert und es war schon interessant, diese für mich ziemlich unbekannten Töne zu hören.
Es zeigte sich dann, daß Elektroden 11 und 12 nicht mehr richtig in der Cochlea liegen, weswegen wir sie nicht aktiviert haben. Ich konnte die Töne gleich relativ gut auseinanderhalten, hatte aber überhaupt kein Gefühl dafür, was laut und was leise war. Das war für mich die zweite Überraschung, denn ich dachte, man kann immer sagen, ob etwas laut oder leise ist. Der arme Ingenieur war etwas verzweifelt, als er mir Geräusche vorspielte und ich die mal laut mal leise fand, unabhängig von der tatsächlichen Lautstärke. Das war heute, am zweiten Tag, aber schon viel besser.
Alles pfeift und klingelt und da ich ja ein gutes Restgehör habe, kommt es mir etwas wie ein Tinnitus vor - immer da, nur etwas strukturierter. Ich verstehe gar nichts, bemerke aber die Sprachmelodie (also die Betonungen etc).
Erste Entdeckungen waren der Klang eines Löffels auf Porzellan und das Zischen von Schuh-Imprägnierspray. Das komische ist: Mit all diesen Geräuschen verbinde ich einen Klang, der aber eben nur aus tiefen Lauten besteht. Und jetzt kommt da plötzlich noch was furchtbar hohes dazu! Ich glaube, mein Restgehör ist derzeit eher ein Hindernis...
Immerhin: Ich empfinde das CI nicht als unangenehm, bisher noch nie als zu laut und ich muß es nicht absetzen.
Heute nachmittag im Sessel dann plötzlich ein Klingeln. Ich vermutete eine der vielen Uhren, die mein Vater so in der Wohnung verteilt hat, aber dann stellte sich heraus, dass es die Türklingel war und als mein Vater dann nochmal klingelte, konnte ich sogar hören, dass es erst ein höherer und dann ein tieferer Ton ist! Das fand ich schon einen Fortschritt. Aber alles auf einem niedrigen Niveau, das mich noch sehr viel Arbeit erwarten läßt.
Ich schwanke also zwischen guten und schlechten Gefühlen, aber irgendwie bin ich auch total stolz auf mich, dass ich mir diesen ganzen "Stress" von OP bis Reha antue und würde am liebsten der ganzen Welt zeigen: Seht her, ich habe ein CI!
Ich habe sehr feine Hörnerven und lustigerweise war daher das allererste, was ich mit dem CI hörte, der Einschalt-Ton, weil sie mir den Sprachprozessor erst angelegt hatten und dann das Ganze eingeschaltet haben. Das war die erste Überraschung.
Dann wurden die einzelnen Elektroden aktiviert und es war schon interessant, diese für mich ziemlich unbekannten Töne zu hören.
Es zeigte sich dann, daß Elektroden 11 und 12 nicht mehr richtig in der Cochlea liegen, weswegen wir sie nicht aktiviert haben. Ich konnte die Töne gleich relativ gut auseinanderhalten, hatte aber überhaupt kein Gefühl dafür, was laut und was leise war. Das war für mich die zweite Überraschung, denn ich dachte, man kann immer sagen, ob etwas laut oder leise ist. Der arme Ingenieur war etwas verzweifelt, als er mir Geräusche vorspielte und ich die mal laut mal leise fand, unabhängig von der tatsächlichen Lautstärke. Das war heute, am zweiten Tag, aber schon viel besser.
Alles pfeift und klingelt und da ich ja ein gutes Restgehör habe, kommt es mir etwas wie ein Tinnitus vor - immer da, nur etwas strukturierter. Ich verstehe gar nichts, bemerke aber die Sprachmelodie (also die Betonungen etc).
Erste Entdeckungen waren der Klang eines Löffels auf Porzellan und das Zischen von Schuh-Imprägnierspray. Das komische ist: Mit all diesen Geräuschen verbinde ich einen Klang, der aber eben nur aus tiefen Lauten besteht. Und jetzt kommt da plötzlich noch was furchtbar hohes dazu! Ich glaube, mein Restgehör ist derzeit eher ein Hindernis...
Immerhin: Ich empfinde das CI nicht als unangenehm, bisher noch nie als zu laut und ich muß es nicht absetzen.
Heute nachmittag im Sessel dann plötzlich ein Klingeln. Ich vermutete eine der vielen Uhren, die mein Vater so in der Wohnung verteilt hat, aber dann stellte sich heraus, dass es die Türklingel war und als mein Vater dann nochmal klingelte, konnte ich sogar hören, dass es erst ein höherer und dann ein tieferer Ton ist! Das fand ich schon einen Fortschritt. Aber alles auf einem niedrigen Niveau, das mich noch sehr viel Arbeit erwarten läßt.
Ich schwanke also zwischen guten und schlechten Gefühlen, aber irgendwie bin ich auch total stolz auf mich, dass ich mir diesen ganzen "Stress" von OP bis Reha antue und würde am liebsten der ganzen Welt zeigen: Seht her, ich habe ein CI!
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