Montag, 11. Februar 2008
schon 5 Wochen in England...
Es wird Zeit für ein kleines Update! Aber wie das so ist: Die Hörfortschritte sind inkrementell und daher schwer zu dokumentieren. Ich fühle mich ohne CI sehr taub. Klingeltöne kann ich langsam besser als solche erkennen, z.B. die Mobiltelefone von anderen.

Die Zeit in Brighton genieße ich, obwohl ich auch ziemlich fleißig arbeite. Ich grübele die ganze Zeit, ob es der Ortswechsel ist, der mich motiviert, oder die "fleißige Atmosphäre" oder ob es einfach Zufall ist. Auch die Nähe zum Ende der Diss könnte es sein.
Ein tolles Wochenende in Oxford habe ich gerade hinter mir, bei wunderschönem frühlingshaften Sonnenschein. Die ersten Narzissen blühen neben anderen Frühblühern. Meine Stimmung ist also prima!

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Samstag, 12. Januar 2008
Englische Sprache verstehen
Ich merke, daß auf englisch meine Lippenles- und Ratestrategien nicht gut funktionieren. Nur in geeigneter Umgebung kann ich mich unterhalten. Teilweise ist es auch so, daß ich bei einer neuen Person, also einer neuen Stimme, zunächst fast nichts verstehe, es dann aber nach einigen Minuten besser wird, wenn ich mich an den Klang gewöhnt habe. Da die (kleinen) Vorlesungen hier akustisch günstig stattfinden, habe ich dabei nicht so viele Probleme. Nur Rückfragen bekomme ich nicht mit.
Derzeit übe ich mit deutschen Gedichten (Buch und CD: Die 100 liebsten Gedichte der Deutschen), von denen ich viele kenne, manche auch auswendig. Vielleicht lerne ich ja noch ein paar neue, wenn ich sie oft genug höre.

Ansonsten lobe ich mir die deutsche Buchpreisbindung: Bücher gehören hier zu den wenigen Dingen, die billiger als in Deutschland sind, aber das hat zur Folge, daß es nur aktuelle Bestseller in billiger optischer und haptischer Ausführung gibt sowie weltberühmte Klassiker. Dazwischen fast nichts.

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Mittwoch, 9. Januar 2008
Nun also in England (Brighton)
Vorgestern bin ich gut hier angekommen.
Ich finde es schoen, mal einen gruenen Uni-Campus zu erleben, so eine richtige kleine Stadt ist es, alles in den 60er Jahren aus Backsteinen und Beton gebaut. Es sieht besser aus als vergleichbare deutsche Unis (Bochum zB), aber das Wohnheim hat schon einen morbiden Charme. Nachdem ich zunaechst gedacht hatte, in der Stadt untergebracht zu sein, bin ich nun doch auf dem Campus, was mich aber nicht stoert, weil es den Vorteil kurzer Wege hat und die Wohnqualitaet in der Stadt wohl auch nicht besser ist. Zu 12 Leuten haben wir eine Kueche, 2 Badewannen, 1 Dusche, 2 Toiletten. Die anderen sind alle Undergraduates, aber soweit ich das schon beurteilen kann sehr normal und sympathisch. Ueberhaupt faellt mir auf, wie hoeflich die Leute einem hier stets die Tueren aufhalten!
Heizung und Warmwasser gibt es von 7-11 und 16-24 Uhr, wobei man die Zimmertemperatur nur durch Oeffnen des Fenster regulieren kann. Dieses laesst sich auch nicht so recht schliessen und ich hoffe mal, es wird nicht so richtig kalt. Bis lang sind es so um die 5 Grad, heute Sonne, gestern stuermischer Wind.

Zwei Vorlesungen werde ich mir anhoeren, zudem ist freitags immer Seminar, meist von Gaesten gehaltene Vortraege, den Rest der Zeit habe ich fuer meine Forschung.

Ich sehe zwar noch keine Chance (hoertechnisch), mit anderen abends auszugehen, weil ich nochmal deutlich weniger als auf deutsch versstehe, aber ich hoffe noch, dass es sich bald bessert. Insgesamt bin ich aber guter Dinge!

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Nun also in England (Brighton)
Vorgestern bin ich gut hier angekommen.
Ich finde es schoen, mal einen gruenen Uni-Campus zu erleben, so eine richtige kleine Stadt ist es, alles in den 60er Jahren aus Backsteinen und Beton gebaut. Es sieht besser aus als vergleichbare deutsche Unis (Bochum zB), aber das Wohnheim hat schon einen morbiden Charme. Nachdem ich zunaechst gedacht hatte, in der Stadt untergebracht zu sein, bin ich nun doch auf dem Campus, was mich aber nicht stoert, weil es den Vorteil kurzer Wege hat und die Wohnqualitaet in der Stadt wohl auch nicht besser ist. Zu 12 Leuten haben wir eine Kueche, 2 Badewannen, 1 Dusche, 2 Toiletten. Die anderen sind alle Undergraduates, aber soweit ich das schon beurteilen kann sehr normal und sympathisch. Ueberhaupt faellt mir auf, wie hoeflich die Leute einem hier stets die Tueren aufhalten!
Heizung und Warmwasser gibt es von 7-11 und 16-24 Uhr, wobei man die Zimmertemperatur nur durch Oeffnen des Fenster regulieren kann. Dieses laesst sich auch nicht so recht schliessen und ich hoffe mal, es wird nicht so richtig kalt. Bis lang sind es so um die 5 Grad, heute Sonne, gestern stuermischer Wind.

Zwei Vorlesungen werde ich mir anhoeren, zudem ist freitags immer Seminar, meist von Gaesten gehaltene Vortraege, den Rest der Zeit habe ich fuer meine Forschung.

Ich sehe zwar noch keine Chance (hoertechnisch), mit anderen abends auszugehen, weil ich nochmal deutlich weniger als auf deutsch versstehe, aber ich hoffe noch, dass es sich bald bessert. Insgesamt bin ich aber guter Dinge!

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Freitag, 4. Januar 2008
Fortschritte
Inzwischcen empfinde ich das CI doch als Hilfe. Im Test erreiche ich um die 40% Sprachverständnis, was schon ziemlich gut ist. Auch im Störlärm kann man schon eine Verbesserung feststellen.
Ich selbst merke, dass es mir ohne CI einfach schwerer fällt, einer Unterhaltung zu folgen. Zudem interpretiere ich inzwischen die Haustürklingel meistens richtig als solche. Von daher bin ich zur Zeit eigentlich ganz zufrieden.

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Dienstag, 18. Dezember 2007
kleines update
Beim letzten Hörtraining war der Einsilbertest sogar noch besser als im letzten Blog-Eintrag beschrieben: Ich kam bei 70dB auf 40% Verständnis! Mein Hörbuch-Übungen bringen also was. Derzeit höre ich Mario und der Zauberer von Gert Westphal gelesen, der eine besonders gut verständliche Stimme für mich hat.
Vor einer Woche habe ich auch zum ersten Mal (in der ruhigen Wohnung) die Klingel gehört und als solche interpretiert, so daß ich vor meiner Mutter an der Tür war, um dem Postboten zu öffnen.

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Samstag, 8. Dezember 2007
Kleines Update der Eingewöhnungsphase
Inzwischen habe ich mich einigermaßen an die taube rechte Seite gewöhnt. Auch wenn ich weiterhin den Eindruck habe, mit CI nichts zu verstehen, trage ich es gerne, weil sich das rechte Ohr dann nicht so "verstopft anfühlt". Vorgestern war ich wieder in Friedberg zur Hörtherapie und interessanterweise ergab der Text, dass ich mit dem DUET auf der rechten Seite wieder soviel verstehe wie vor der OP (20% bei 65dB). Wobei der Test bei 75dB nur 10% ergab, so daß ich nichts weiß, ob ich nur gut geraten habe. Nach der Ertaubung vor zwei Wochen habe ich aber bei beiden Lautstärken 0% verstanden.
Eines meiner Probleme ist, dass ich vielleicht annähernd etwas verstehe, wenn ich mich darauf konzentriere und die Umgebung ruhig ist. Sobald aber mehrere Höreindrücke kommen, blende ich die (immer noch ungewohnten) hohen Töne total aus, um mich wie gewohnt auf mein Restgehör zu konzentrieren. Ich bin gut geübt im Weghören und Ausblenden. Deswegen habe ich auch nicht den Eindruck, mit CI mehr zu verstehen...
Aber ich bin zufrieden mit dem Test. Wenn das so weitergeht, will ich mich mal nicht beschweren, auch wenn es mühselig bleiben sollte.
Für das DUET habe ich mir jetzt auch ein neues Ohrspaßstück machen lassen: durchsichtig mit 4 Glitzersteinchen. Mir gefällt es!

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Montag, 26. November 2007
Hörbücher
Man lernt mit einem CI einfach durchs Üben hören. Wenn man auf dem anderen Ohr noch etwas hört, läuft man Gefahr, sich darauf zu konzentrieren und damit den Lernerfolg auf dem implantierten Ohr zu schmälern. Ich probiere es nun mit Hörbüchern: Jeden Morgen und jeden Abend gibt es ein paar Tracks, mal mit beiden Ohren, mal nur mit dem CI, und immer lese ich den Text mit. Sonst verstehe ich aber auch nichts.
Die Stadtbücherei hat zum Glück einige Romane in Text- und Hörbuchform gleichzeitig. Bei Übersetzungen von Klassikern muß man aber aufpassen, dass es wirklich der gleiche Text ist. Hörspiele fallen natürlich auch weg.
Es fällt mir auf, dass auch ausgebildete Sprecher teilweise ziemlich schnell reden. Derzeit höre ich eine Aufnahme, die in der Stimme stark moduliert, also schnell und langsam, laut und leise und flüsternd ist. Das macht es etwas schwieriger, aber danach kommt was anderes. Gut (für mich) gesprochen ist Der große Gatsby (Fitzgerald) von Sky Du Mont.

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Dienstag, 20. November 2007
viel neues
Jetzt habe ich fast zu lange nicht geschrieben, es ist viel passiert in der letzten Woche...
Ganz in Kürze: Mir wurde die CI-Einstellung zu laut (das kann schonmal passieren durch den Anpassungsprozeß im Gehirn) und ich bekam heftige Ohrgeräusche, so daß ich am 14.11. spontan zu einem Termin in der Frankfurter Uniklinik auftauchte. Die EInstellung ließ sich leicht verändern, dabei wurde aber ein Hörsturz festgestellt auf dem implantierten Ohr. Trotz Infusionstherapie hat sich das Restgehör fast vollständig verabschiedet, medizinisch gesehen bin ich nun rechts taub, auch wenn ich bei den ganz tiefen Tönen doch noch ein wenig höre (bis 250Hz, das ist ungefähr ein eingestrichenes c in der Musik).
Das war ein ziemlicher Schock für mich und die Tage, die ich wegen der Infusionen im Krankenhaus lag, haben mich nervlich sehr angestrengt, aber langsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass ich ohne Hilfsmittel nahezu taub sein werde. Umso wichtiger ist es, nun das künstliche Gehör auszunutzen und damit verstehen zu lernen, was aber noch gaaanz langsam nur vorangeht. Momentan "rate" ich ungefähr eines von 20 einsilbigen Wörtern im Sprachtest.
Der erste Rehatermin (=Hörtherapie) hat mir gezeigt, dass es überwiegend eine Frage der Zeit ist und dass ich mir regelmäßig das linke Ohr verstopfen sollte, um das recht zu trainieren. Das werde ich also tun.
Vielleicht muß ich mir nun einfach sagen: Wenn das Ohr nun erstmal taub ist, kann ich auch nichts mehr verlieren - schlimmer wird es also nicht mehr...
;-)

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Montag, 5. November 2007
Geduld...
Geduld braucht man eine Menge mit dem CI. Ob das meine größte Stärke ist - da bin ich mir nicht so sicher. Ich finde, ich mache kaum Fortschritte. Trotzdem habe ich mich an das CI gewöhnt und es fehlt mir etwas, wenn ich es nicht trage.
Ich bin wirklich dankbar, dass mir so viele die Daumen drücken, dass es vorangeht und an mich denken! Denn natürlich ist es frustrierend, auf alle Fragen nach dem neuen Hören antworten zu müssen: So richtig kann ich den Erfolg noch nicht beurteilen.
In zwei Wochen habe ich aber den ersten Hörtherapietermin im CIC Friedberg (Cochlea Implantat Centrum). Vielleicht erfahre ich dort auch Übungen für zu Hause.

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Samstag, 27. Oktober 2007
kleine Fortschritte
Wörter verstehe ich weiterhin nicht. Aber das Tonspektrum, das ich über das CI wahrnehme, fühlt sich langsam breiter an, Geräusche klingen nicht mehr alle gleich piepsig. Das ist schon einmal was. Und wenn cih das CI ablege, klingt es plötzlich dumpf, dann fehlen mir sozusagen die hohen Töne!
Der Tinnitus wird aber nicht besser, manchmal gelingt es mir, ihn zu ignorieren, aber vor allem morgens stört er mich.
Ein Hörbuch habe ich ausprobiert, es ist noch kein Zugewinn zu bemerken. Leider habe ich kein Hörbuch mit Text zum Mitlesen, das wäre vielleicht eine Hilfe...

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